Triumvirat der Füchse

Wenn ein Vennfuchs über die Edelfalter Großer und Kleiner Fuchs schreibt, hat man fast schon ein Triumvirat wie damals im Geschichtsunterricht mit Cäsar, Pompeius und Crassus zusammen. Weit hergeholt? – Nicht unbedingt, denn das Emsdettener Venn gab es seinerzeit auch schon! Allerdings wurden nicht Faulbäume oder Birken, sondern – nach dem Genuss von reichlich Misteltrank – vorlaute Römer entkusselt.

Doch nun zu den Füchsen bzw. deren Unterschieden: Den 50-55 mm Spannweite von Nymphalis polychloros steht sein kleiner Bruder Aglais urticae mit 40-50 mm kaum nach. Außerdem werden Sie das vermutlich garnicht nachmessen wollen oder können, denn es geht ja viel einfacher …

Achten Sie einfach auf die Flügelfarbe! Beim Großen Fuchs in der oberen Galeriereihe ist diese eher rostbraun, beim Kleinen in der unteren Reihe hingegen gelbrot.

Weiteres Indiz sind die Flecken im vorderen Flügelfeld: der Große besitzt vier davon mit annähernd demselben Umfang. Dem Kleinen war das zu langweilig, er hat sich deshalb einen großen Punkt plus zwei deutlich geschrumpfte zugelegt (siehe auch Pfeile im ersten Foto).

Der Kleine Fuchs ist außerdem ziemlich stolz darauf, ein Massenfalter zu sein; er hat sich ganz Europa und Asien bis zu einer Höhe von 3.000m erobert. Aglais urticae legt seine bis zu 200 Eier mit Vorliebe an Brennnesseln ab, weswegen er aus diesem Grunde dort häufig zu sehen ist – oder, genauer gesagt, zu sehen sein müsste – die Bestände nehmen nämlich dramatisch ab! 

Mir ist es in fünf Jahren Mitarbeit im Venn noch nicht einmal passiert, dass ich mich angesichts des Warnrufes von Kollegen “Achtung, heranbrausender Fuchsschwarm” der Länge nach hinwerfen musste. Wenn Sie jedoch, und das ist ernst gemeint, mal ein Exemplar evtl. auch anderswo zu sehen bekommen, können Sie es gerne an Ludwig Klasing (ggf. mit Bild) melden.

 

P.S. Wer sich den sentimentalen bzw. tiefgründigen Gedanken von unserem Naturfreund Friedel Hesseling anschliessen möchte – bittesehr: 2020 Ostergrüße vom Kleinen Fuchs