Spinnen im Herbst-Tau

“Igitt, ich mag überhaupt keine Insekten”, werden einige der Betrachter beim Erblicken dieses Beitrages ausrufen, aber es sind korrekt gesagt überhaupt garkeine!!! Letztere haben nämlich exakt 6 Beine, Spinnen hingegen 8! Also, einmal tief durchatmen; wir werden versuchen, auch andere Vorurteile abzubauen:

Die Kreuzspinnen – deren Namen sich auf die Flecken am Rücken bezieht – sind in Mitteleuropa mit 10 Arten vertreten. Damit natürlich auch im Emsdettener Venn, wo sie besonders in der Herbstzeit durch ihre mit Tautropfen verzierten Netze gut auffallen.

Jedes einzelne besteht aus einem insgesamt ca. 20m langen Spinnfaden, von dessen Elastizität moderne Industrieprodukte in derselben Dicke nur träumen können. Das Weben eines solchen dauert nur 1 Stunde. Das ist beispielsweise viel weniger Zeit als die Pressestelle eines fernöstlichen Textilbetriebes benötigt, um den aktuellen Gebäudeeinsturz mit zahlreichen Opfern juristisch einwandfrei schönzureden!

Zugegeben, alle Araneus-Arten sind giftig, aber ihre kurzen Beißwerkzeuge können nicht mal menschliche Haut durchdringen. Und falls es (bei Kindern) doch ausnahmsweise passiert, sind die Auswirkungen ähnlich einem Mückenstich.

Bei den Kreuzspinnen bauen übrigens nur die Weibchen Netze. Die Männchen streifen nach Erreichen der Geschlechtsreife lieber umher, was vielen männlichen Lesern sicherlich sehr sympathisch erscheinen wird.

Na also, geht doch mit dem eingangs erwähnten Abbau von Vorurteilen 😉