Meuchelmörder im Venn

Tja, eigentlich sollte heute die Ankündigung der nächsten Entkusselungsaktion für den 12.12.2020 veröffentlicht werden. Aber wie schon beim letzten Termin hat ihn Covid-19 quasi “ermordet”. Was uns aber direkt dazu verleitet, flugs einen passenden Artikel einzustellen:

 

“Oh nein – Meuchelmörder! Und dann auch noch in der Mehrzahl … Dabei ist es im Emsdettener Venn doch immer so schön, bin regelmässig dort anzutreffen.”

Ja, es stimmt, es gibt sie dort tatsächlich zu Hauf, zudem sind sie für andere ihrer Art auch noch kräftig gebaut. Die Leser vorm Bildschirm dürfen aber trotzdem entspannt ausatmen –  es handelt sich nämlich “nur” um eine Fliege, genauer gesagt: die Gelbe Mordfliege.

Diese ist ca. hummelgroß und brummt auch wie jene beim Fliegen. Logisch, als “Mörder” will man natürlich möglichst lange für einen harmlosen Zeitgenossen gehalten werden.

Laphria flava kann zwar – Stichwort: Fliege – nicht stechen. Trotzdem besteht ihre Ernährung aus anderen Insekten bis zur eigenen Größe. Der kräftige Saugrüssel kann sogar den Chitinpanzer von Käfern durchdringen und macht sie,  zum Glück nur im Tierreich, zu einem gefürchteten Jäger. Der Ansitz ist meist auf Holzstapeln, Steinplatten oder Baumstümpfen zu finden, die oft wiederholt genutzt werden.

Den Namen verdankt das auch unter “Gelber Raubfliege” bekannte Insekt der dichten, gelben Behaarung nahezu am ganzen Körper. Klingt ja fast schon ein wenig nach Werwolf, oder?

Die begatteten Weibchen legen ihre Eier meist in Bohrgänge holzschädigender Insektenarten ab, wo sich die geschlüpften Larven dann gerne von deren Maden etc. ernähren. Das funktioniert insbesondere beim Borkenkäfer sehr gut, den ja keiner von uns so wirklich mag.

Wäre das nicht eine Alternative für die biologische Bekämpfung dieses aktuellen Plagegeistes? Jedenfalls sind wir uns sicher, dass Sie unsere Mordfliege nun – trotz der reißerischen Überschrift – möglicherweise schon ein ganz klein wenig in Ihr Herz geschlossen haben …