The Masked Singer

Im momentan laufenden Super-Wahljahr wird nicht nur alle “naselang” irgendeine Regierung gewählt, sondern auch im TV wetteifern die Casting-Shows etc. um die Gunst der Betroffenen.

Da wollte der NABU natürlich nicht hinten anstehen und hat erstmals die Kür zum Vogel des Jahres den Mitmenschen überlassen. Resultat ist das Rotkehlchen, quasi der “Masked Singer” für Draußen in der Natur.

Zugegeben, die “Maske” ist ein wenig nach unten gerutscht, aber das liegt halt daran, weil sich Erithacus rubecola für den ersten Platz so ins Zeug gelegt hat. Es gibt aber natürlich noch viel mehr über den kleinen Kerl zu berichten:

Anzutreffen ist unser ganzjährig hier verweilender, gefiederter Freund in Wäldern, Gärten und Parks – und natürlich dem Emsdettener Venn. Sein Bestand ist insgesamt ungefährdet. Wichtig ist (neben Nahrung) nur, dass Brutmöglichkeiten in Nischen etc. vorzufinden sind, aber auch alte Nester von Amseln oder Goldammern werden gerne genutzt.

Das Kehlchen sucht in loser Erde, unter Blättern, Laub usw. nach Würmern, Schnecken, Spinnen und Insekten. Wenn ihm dabei ein Mensch durch Gartenarbeit oder auch Großsäuger auf der Weide bzw. im Wald etwas Arbeit durch Aufwühlen des Bodens abnimmt, umso besser – schnell ist es zur Stelle. Im Herbst/Winter vertilgen sie herangereifte Beeren und andere weiche Früchte, auch am Futterhaus stellen sie sich eher selten (so wie Meisen) auf Körnerfutter um.

Zu seiner roten Brust existieren seit Zeiten der Kelten und Germanen diverse Assoziationen mit “Feuer” bzw. “Blitzen” bzw. Schutz vor denselbigen. So war es ein großer Frevel, ein Gelege zu zerstören, weil man dadurch den Zorn von Gott Donar auf sich zog. Was aber immer noch besser ist, als wenn einen – wieder in die Gegenwart zurückgekehrt – beim Casting ein Herr Bohlen “auf dem Kieker hat.”

Obwohl: bei über 200 dokumentierten Gesangsmotiven braucht unser “Tonkünstler” keinen Vergleich zu scheuen, zumal es garantiert kein Playback ist! Mach’ daher bitte weiter so – mit oder ohne Maske!